Exhibition: Phobia – The Irrational

Ausstellungstext

Im Vergleich zu Furcht, die klaren Bezug zu einer Sache hat, ist die Angst gegenstandslos und irrational.
Die Motivation der Fotos ist hier von der gegenstandsbezogenen Ebene ins Abstrakte zu wandern. Es ist von größter Bedeutung, die Intuition und das Bauchgefühl losziehen zu lassen und emotionalen Bezug zum Abgebildeten zu erkennen.

Es gibt hier ‘wenig zu verstehen’.
Diese Fotografien sind echt. Das steht außer Frage.
Doch der Moment des Entstehens ist genauso vorbei wie die Phänomene, die abgebildet wurden. Diese Bilder sind wie eine Erinnerung an etwas, das du nicht erlebt hast, obwohl es vor deinen Augen passiert ist.
Jede Facette, jeder Blickwinkel,
jede Perspektive und jedes mögliche, individuelle Erleben
in der Vergangenheit ist echt.
Nicht nur das eigene Erlebte – auch alles, das zu erleben möglich war.

Wir sind alle geprägt vom Diktat unserer Zivilisation, die uns auferlegt, dem Schmerz des inneren Chaos auszuweichen. Angst muss überspielt werden, mensch darf ihr nicht ins Gesicht sehen. Auf diese Weise wird “Gesundsein” zu einem sehr wirkungsvollen Verwirrspiel, um die Krankheit eines chaotischen Innenlebens zu verheimlichen. Am Ende wird mensch selbst gar nicht wissen, dass eines krank oder verzweifelt ist.

Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität. dtv: München 1987, S. 21

Wir sind das Echo einer uns unbekannten Vergangenheit. Wir leben in unserem eigenen Unbewussten wie der Kratzer in der Schallplatte, ohne die Musik der Welt zu hören. Im Ungewissen über unseren Einfluss auf diese selbe Vergangenheit, aus der einmal unsere Zukunft geboren worden sein wird – das jetzt. In diesem stetigen neu erschaffen werden gibt es Löcher, gibt es Brüche. Hier und da stolpern und verkeilen sich die Möglichkeiten und produzieren das Unmögliche.

Hier ist keine Frage mehr nach dem Warum. Kein Schritt zurück, innehalten und von außen neu betrachten. Im Jetzt ist nicht mehr die Zeit zum Fragen stellen.

Ich meine nämlich, Gut und Böse entscheiden sich nicht im Verkehr der Menschen untereinander, sondern ausschließlich im Umgang des Menschen mit sich selbst.

Jakob Wassermann: Der Fall Maurizius. Langen-Müller: München 1985, S. 366

3-Teilige Ausstellung

“Phobia” – Fotoreihe

Print auf Fotopapier (glänzend) 40x60cm, arrangiert in schwarzem Passepartout [Print ohne Wasserzeichen]

“1000 Generations” – Druckgrafik

1000 Generationen eines zellulären Automaten, Druck auf Papier

“Verschwörungstheorie” – Installation

5 Ringe aus Metall, an durch den Raum gespannten Fäden schwebend in der Mitte des Raumes hängend, interaktiv

Live Feed des Eröffnungsgespräches